IFK German Open 2026: Ein erster Wettkampf, der in Erinnerung bleibt Schwarzgurt
Ein Weißgurt. Sein erstes Turnier. Ein Schwarzgurt als Gegner. Und ein Kampf, den Victory Ogbonna nicht aufgegeben hat.
Am 19. September 2026 fanden in der Parthelandhalle in Naunhof bei Leipzig die IFK German Open 2026 statt.

Laut Veranstalter waren rund 250 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern dabei – unter anderem aus Deutschland, Polen, Belgien, Kuwait und Simbabwe.
Auch das Shinzen Dojo Berlin war bei diesem internationalen Kyokushin-Turnier vertreten.
Für uns war es diesmal keine große Mannschaft. Konrad musste seine Teilnahme krankheits- bzw. verletzungsbedingt kurzfristig absagen. Damit blieb am Ende Victory Ogbonna als einziger aktiver Shinzen-Kämpfer.
Für Victory wurde dieser Wettkampftag zu einer ganz besonderen Erfahrung.
Mit 27 Jahren, dem weißen Gürtel (0. Kyu) und knapp einem Jahr Training im Shinzen Dojo stand er zum ersten Mal überhaupt bei einem Karate-Turnier auf der Wettkampfmatte.
Und sein erster Gegner sollte direkt eine besondere Herausforderung werden.
Die Anreise von Berlin nach Naunhof
Die Reise begann bereits am Freitagnachmittag.
Victory und Sensei Son machten sich gemeinsam mit dem Auto von Berlin auf den Weg in Richtung Leipzig. Da der Check-in bereits am Freitag vorgesehen war, reisten beide einen Tag früher an und verbrachten die Nacht in einem Hotel in der Nähe von Leipzig.

Die Atmosphäre war ruhig und konzentriert. Keine unnötige Nervosität – vielmehr die Vorfreude auf den ersten Wettkampf.

Am Samstagmorgen ging es dann früh weiter zur Parthelandhalle in Naunhof.
Auch Unterstützung aus dem Shinzen Dojo war vor Ort: Lennart und Sebastian begleiteten Victory und feuerten ihn während des Wettkampfes an.

Damit war Victory zwar der einzige aktive Kämpfer des Shinzen Dojo Berlin, aber keineswegs allein.
Ein internationales Kyokushin-Turnier
Die IFK German Open 2026 brachte Karateka aus verschiedenen Ländern zusammen.
Neben deutschen Teilnehmern waren unter anderem Kämpfer aus:
- Polen
- Belgien
- Kuwait
- Simbabwe
in Naunhof dabei.



Für uns war das Turnier aber nicht nur sportlich interessant. Gerade bei solchen Veranstaltungen entstehen Begegnungen über die eigene Trainingsgruppe hinaus.
Vor Ort trafen wir unter anderem auf Saidokan Karate aus Altenburg, mit denen bereits über Social Media Kontakt bestand. Dazu kamen Begegnungen mit befreundeten Berliner Dojos wie Atrium Sports von der WKB.

Genau das macht solche Kyokushin-Turniere für uns besonders: Man tritt gegeneinander an, aber gleichzeitig gehört man zu einer größeren Gemeinschaft.
Victory Ogbonna: 0. Kyu, 27 Jahre und das erste Turnier
Victory trainiert seit knapp einem Jahr im Shinzen Dojo Berlin.
Vor der German Open hatte er noch nie an einem Karate-Wettkampf teilgenommen.
Seine Ausgangslage:
- 27 Jahre
- 0. Kyu / Weißgurt
- knapp ein Jahr Kyokushin Karate
- erstes Turnier
- Kategorie Herren Kumite +90 kg
Im Viertelfinale wartete mit Nikita Akimov vom Maximus Dojo ein erfahrener Schwarzgurt.
Akimov trat mit dem 1. Dan an und verfügt bereits über internationale Wettkampferfahrung und dokumentierte Erfolge bei Kyokushin-Wettkämpfen.
Für Victory war das also kein einfacher Einstieg in den Wettkampfsport.
Aber genau dafür war er nach Naunhof gekommen.
Die Vorbereitung: Bewegung statt Stillstehen
Schon vor dem Turnier hatten Sensei Son und Victory den möglichen Kampfstil des Gegners analysiert.
Besonders die Kicks von Nikita Akimov waren ein Thema.
Die Idee für Victory war deshalb nicht, sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen, sondern:
- in Bewegung bleiben
- Angriffe früh erkennen
- Kicks ausweichen
- schnell reagieren
- die Distanz kontrollieren
Ein wichtiger Teil der Vorbereitung fand bereits am Donnerstag vor dem Turnier statt.
Victory trainierte mit Baris, einem Shinzen-Mitglied mit über 100 Kilogramm Körpergewicht. Baris ist selbst kein Wettkämpfer, konnte Victory aber dabei helfen, sich körperlich und mental auf einen schweren Gegner einzustellen.
Diese Trainingseinheit sollte später im Kampf noch eine ganz besondere Bedeutung bekommen.
Drei Minuten Kampf – und dann geht es in die Verlängerung
Dann war es soweit.
Victory stand zum ersten Mal bei einem Turnier auf der Matte.
Sein Gegner: ein Schwarzgurt mit deutlich mehr Wettkampferfahrung.
Trotzdem setzte Victory die vorher besprochene Strategie um. Er blieb in Bewegung, versuchte die Kicks zu lesen und wich mehreren Angriffen aus.
Der Kampf war intensiv.
Die erste Runde dauerte ungefähr drei Minuten. Danach ging es in die Verlängerung.
Für einen Kämpfer, der gerade seinen allerersten Wettkampf bestreitet, war das bereits eine enorme Belastung.
Doch Victory blieb im Kampf.
Der Moment mit dem Jodan Mawashi Geri
Dann kam einer der Momente, die Sensei Son besonders in Erinnerung bleiben werden.
Nikita Akimov traf Victory mit einem Jodan Mawashi Geri, einem hohen Mawashi Geri zum Kopf.
Der Treffer wurde von den Kampfrichtern mit Waza-ari bewertet.
Victory war kurzzeitig benommen.
Aber er blieb nicht liegen.
Er stand wieder auf und setzte den Kampf fort.
Ein weiterer Treffer gegen den Kopf wurde anschließend nicht gewertet.
Für Sensei Son war genau dieser Moment emotional besonders.
Nicht, weil Victory „gewonnen“ hätte – das hatte er nicht.
Sondern weil er nach diesem Treffer wieder aufstand und den Kampf fortsetzte.
„Never give up!“
Während des Kampfes gab Sensei Son Victory Anweisungen von außen.
Eine davon war besonders speziell:
„Mach den Baris!“
Für Victory war sofort klar, was damit gemeint war.
Die Trainingseinheit vom Donnerstag mit Baris – einem über 100 Kilogramm schweren Shinzen-Mitglied – sollte ihm helfen, sich gegen einen körperlich starken Gegner zu behaupten.
Solche kleinen Momente zeigen, wie eng Training und Wettkampf miteinander verbunden sind.
Was im Dojo vorbereitet wird, kann auf der Matte plötzlich entscheidend werden.
Die Entscheidung nach der Verlängerung
Nach der Verlängerung war der Kampf entschieden.
Nikita Akimov gewann einstimmig.
Der entscheidende Vorteil war der zuvor erzielte Waza-ari.
Damit war Victorys erster Wettkampf beendet.
Es gab keine Platzierung und keine Medaille.
Victory erhielt eine Teilnehmerurkunde.
Und trotzdem war dieser erste Wettkampftag für das Shinzen Dojo Berlin etwas, auf das wir stolz sein können.
Denn das Ziel seines ersten Turniers war nicht, eine Geschichte schöner zu machen, als sie war.
Victory hat verloren.
Aber er hat gekämpft.
Mehr als ein Ergebnis
Im Kyokushin Karate gehört auch dazu, mit einem Ergebnis umzugehen, das nicht den eigenen Erwartungen entspricht.
Victory hat bei den IFK German Open 2026 genau das erlebt.
Er stand als Weißgurt zum ersten Mal überhaupt auf einer großen Wettkampfmatte und traf direkt auf einen erfahrenen Schwarzgurt.
Er ging über die reguläre Kampfzeit hinaus.
Er musste einen harten Kopftreffer wegstecken.
Er stand wieder auf.
Und er kämpfte bis zum Ende.
Für Sensei Son war deshalb vor allem eines wichtig:
„Ich war einfach glücklich, dass Victory den Kampf heil überstanden hatte und einen guten Kampf bei der German Open abgeliefert hatte.“
Genau solche Erfahrungen machen einen Karateka stärker – nicht nur technisch, sondern auch im Umgang mit Druck, Niederlagen und schwierigen Situationen.
Respekt nach dem Kampf
Nach dem Kampf ging es nicht mehr nur um das Ergebnis.
Victory und Nikita Akimov begegneten sich mit Respekt. Es wurde gesprochen, gratuliert und gemeinsam fotografiert.

Auch von anderen Teilnehmern und Zuschauern kam Unterstützung.
Gerade für einen Kämpfer bei seinem ersten Turnier ist das ein wichtiger Teil der Erfahrung.
„Never Give Up“ – dieser Gedanke passte an diesem Tag besser als jede Medaille.
Und neben dem Wettkampf entstanden neue Kontakte und Begegnungen mit anderen Karateka und Dojos.
Ein erster Schritt für Victory – und jetzt geht es weiter
Ein erstes Turnier muss nicht perfekt laufen.
Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln.
Für Victory bedeutet die IFK German Open 2026 deshalb vor allem:
- erste Wettkampferfahrung gesammelt
- erstmals Kumite unter Turnierbedingungen gekämpft
- gelernt, mit einem erfahrenen Gegner umzugehen
- gelernt, auch nach einem harten Treffer weiterzumachen
- Erfahrung mit Verlängerung und Wettkampfdruck gesammelt
- neue Motivation für das weitere Training gewonnen
Jetzt geht es zurück ins Dojo.
Weiter Kihon.
Weiter Kumite.
Weiter an der Bewegung arbeiten.
Weiter an Technik, Kondition und Timing arbeiten.
Und dann kommt irgendwann der nächste Wettkampf.
Danke an IFK Germany und alle Beteiligten
Ein solches Turnier entsteht nicht von allein.
Deshalb möchten wir uns herzlich bei IFK Germany und allen bedanken, die die IFK German Open 2026 möglich gemacht haben.
Unser Dank gilt insbesondere:
- den Organisatoren
- den Kampfrichtern
- den Coaches
- den Helfern
- allen teilnehmenden Dojos
- allen Kämpferinnen und Kämpfern
- den Menschen hinter den Kulissen
Vielen Dank für die Organisation, die Arbeit und den Einsatz rund um dieses Kyokushin Karate Turnier in Naunhof.

Ebenso bedanken wir uns bei Lennart und Sebastian für die Unterstützung vor Ort und bei Saidokan Karate aus Altenburg und Atrium Sports aus Hamburg sowie Berlin und Maccabi Bonn für die schönen Begegnungen.
Solche Tage zeigen, dass Kyokushin Karate mehr ist als nur das Duell auf der Matte.
Osu!
Kyokushin Karate in Berlin – dein nächster Schritt
Victorys Geschichte zeigt auch: Für den ersten Schritt ist es nie zu spät.
Im Shinzen Dojo Berlin trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene – Anfänger ebenso wie erfahrene Karateka.
Im Training geht es um Kihon, Kata und Kumite, aber auch darum, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und Herausforderungen anzunehmen.
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