
Was ist Kyokushin?
Die letzte Wahrheit
Kyokushin Karate ist ein Vollkontakt-Karate-Stil, der 1964 von Masutatsu Oyama gegründet wurde. Der Name heißt die letzte Wahrheit, und das ist Programm: keine Show, keine halben Techniken, sondern echte, geprüfte Kraft.
Im Kyokushin wird Vollkontakt gekämpft, ohne Schutzausrüstung, mit echter Kraft auf den Körper. Wer im Dojo steht, steht ehrlich. Genau diese Direktheit macht Kyokushin weltweit zu einer der respektiertesten Kampfkünste.
Im Shinzen Dojo Berlin unterrichten wir authentisches Kyokushin nach der Methode Oyamas, als offizieller Vertreter der IKO World Zen-Kyokushin in Berlin. Für Kinder altersgerecht ohne Vollkontakt, für Erwachsene stufenweise bis zum echten Kumite.
Geschichte des Kyokushin
- 1923
Masutatsu Oyama wird in Südkorea als Choi Young-Eui geboren; später nimmt er den japanischen Namen an.
- 1938
Oyama kommt nach Japan, studiert Shotokan und später Gōjū-Ryū – Grundsteine seiner eigenen Kampfkunst.
- 1953
Erste öffentliche Kyokushin-Demonstrationen; Oyama tritt gegen Kämpfer anderer Stile an und wird berühmt.
- 1964
Offizielle Gründung des Kyokushin Kaikan in Tokio. Der Name Kyokushin – die letzte Wahrheit – entsteht.
- 1969
Erste All-Japan Open Karate Championship – das Vollkontakt-Turnier, das Kyokushin weltweit bekannt macht.
- 1975
Erste World Open Kyokushin Championship in Tokio – seither gilt Kyokushin als Härte-Referenz im Karate.
- 1994
Sosai Mas Oyama stirbt. Seine Schüler tragen Kyokushin in zahlreiche Länder weiter.

Aus dem Geist eines einzelnen Mannes entstand eine weltweite Kampfkunst. Oyama verband Härte mit Charakter und machte Kyokushin zu dem, was es bis heute ist: die härteste, ehrlichste und konsequenteste Form des Karate.
Sosai Mas Oyama

Masutatsu Oyama (大山倍達, 1923–1994) gründete Kyokushin und prägte es mit dem Anspruch: wahre Stärke überprüft sich im echten Kampf. In den 1950er-Jahren zog er sich für Monate in die Berge zurück, trainierte allein und schlug sich anschließend durch Dutzende Stile und Kämpfer.
Er legte Wert auf drei Dinge: technische Sauberkeit, körperliche Härte und moralischen Charakter. Ohne den letzten ist die erste nur Lärm.
„Wer 100 mal übt, hat es verstanden. Wer 1000 mal übt, kann es. Wer 10 000 mal übt, hat gemeistert."
Sein Vermächtnis lebt in zahlreichen Ländern weiter. Im Shinzen Dojo Berlin unterrichten wir direkt in dieser Linie.
Biografie und 11 Mottos lesenPhilosophie Werte
Respekt (Rei)
Das Verbeugen ist Anerkennung, vor dem Dojo, vor dem Partner, vor dem Sensei.
Osu
Verbindet Geduld und Kraft: Ich nehme Herausforderungen an, ohne zu klagen.
Disziplin
Regelmäßiges Training, Pünktlichkeit, Sauberkeit. Was im Dojo gilt, gilt im Leben.
Bescheidenheit
Wer stark wird, lernt schweigen. Echte Stärke braucht kein Getue.
Ausdauer
Fortlaufendes Üben über Jahre. Kyokushin belohnt nicht das Talent, sondern die Beharrlichkeit.
Ehrlichkeit
Vollkontakt lügt nicht. Eine Technik wirkt, oder sie wirkt nicht, das Dojo ist ehrlich.
Philosophie & Werte
Die 7 Dojo Kun, die Bedeutung von OSU, die Werte und das Vermächtnis von Sosai Mas Oyama – ausführlich erklärt.
Zur Philosophie-SeiteSchule und DojoÜber das Shinzen Dojo Berlin
Wie diese Werte im Alltag eines Berliner Dojos gelebt werden – Team, Geschichte und Philosophie.
Zum DojoDojo- Etikette
Betreten des Dojo
Im Dojo werden Schuhe ausgezogen. Beim Betreten und Verlassen verbeugt man sich zur Matte.
Grußritual
Jedes Training beginnt und endet mit dem gemeinsamen Verbeugen, vor dem Dojo, vor dem Sensei, voreinander.
Pünktlichkeit
Wer zu spät kommt, wartet am Rand, bis der Sensei zum Aufwärmen erlaubt.
Sauberes Gi
Der Karate-Dogi ist sauber und gepflegt. Finger- und Fußnägel kurz, keine Schmuckstücke.
Osu statt Ja
Anreden und Bestätigung erfolgen mit Osu, ein Zeichen von Respekt und Aufmerksamkeit.
Hierarchie
Der Sensei leitet, Senpai unterstützt, Kyudeshi folgt. Eine klare Linie schafft Sicherheit.
Dojo Kun 道場訓
Das Dojo Kun sind die sieben Leitgedanken, die jeder Kyokushin-Karateka bejaht – tradiert von Sosai Oyama. Sie sind Versprechen an sich selbst, nicht Formvorschrift.
- 1Wir werden Herz und Körper schulen und eine feste, unerschütterliche Haltung erlangen.
- 2Wir werden das wahre Wesen der Kampfkunst ergründen, im rechten Moment handeln und unsere Sinne schärfen.
- 3Wir werden mit Bescheidenheit und innerer Stärke den Geist der Selbstüberwindung pflegen.
- 4Wir werden die Regeln der Höflichkeit beachten, unsere Älteren respektieren und Gewalt vermeiden.
- 5Wir werden unseren spirituellen Prinzipien folgen und die Tugend der Bescheidenheit nie vergessen.
- 6Wir werden Weisheit und Kraft steigern und in allem, was wir tun, das Richtige tun.
- 7Wir werden unser ganzes Leben lang durch die Disziplin des Karate den wahren Weg des Kyokushin erfüllen.
„Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt."
Trainings- struktur
Kihon
Schlag-, Tritt-, Block- und Standtechniken. Das Fundament, sauber wiederholt, bis sie sitzen.
Kata
Festgelegte Technikfolgen gegen gedachte Gegner. Schulung von Koordination, Atmung, Rhythmus.
Kumite
Partner- und Vollkontakt-Kampf. Ohne Schutzausrüstung, mit kontrollierter Härte, ehrlich und direkt.
Jedes Kyokushin-Training folgt demselben Bogen: Aufwärmen, Kihon und Ido Geiko, Kata und Bunkai, Kumite, Abkühlung und Verbeugung. Auch die fortgeschrittenen Bausteine folgen dieser Logik.
Ido Geiko
Grundtechniken in der Vorwärtsbewegung. Aus dem Stand wird Gang, Kihon wird kontrolliertes, dynamisches Kämpfen.
Bunkai
Die Anwendung der Kata: jede Technik wird mit Partner analysiert. Was im Formenlauf verborgen liegt, wird hier begreifbar.
Renraku
Technik-Kombinationen: Schlag-Tritt-Folgen im Fluss. Renraku verbindet Kihon zu echter Kampfdynamik.
Tameshiwari
Bruchtest (fortgeschritten). Beweist, dass eine Technik Wirkkraft hat, nicht Show, sondern Konsequenz.
Kihon
Kihon umfasst alle Einzeltechniken: Fauststöße (Tsuki), Schläge (Uchi), Blöcke (Uke), Bewegungen (Geri) und Tritte. Im Kyokushin wird jede Technik hundertfach wiederholt – aus dem Stand und in der Bewegung.
Stände (Dachi) wie Zenkutsu-dachi oder Kiba-dachi geben jeder Technik den nötigen Halt. Wer im Stand nicht steht, kann im Kampf nicht kämpfen – deshalb beginnt alles mit Kihon.
- Oizuki (vord. Fauststoß)
- Gyakuzuki (verklärter Stoß)
- Maegeri (gerader Tritt)
- Mawashigeri (Halbkreis)
- Ushirogeri (Rücktritt)
- Yoko-Geri (Seittritt)
- Age-Uke (Aufwärts-Block)
- Soto-Uke (Außen-Block)
Kata
Eine Kata ist ein festgelegter Kampf gegen mehrere gedachte Gegner. Sie schult Koordination, Atmung, Rhythmus und Konzentration und bildet zusammen mit Kihon und Kumite das Herz des Kyokushin. Das Curriculum reicht von den Einsteiger-Formen Taikyoku bis zur Meisterkata Suparinpei.
Taikyoku Sono Ichi, Ni, San · Pinan Sono Ichi, Ni, San, Yon, Go
Sanchin · Gekisai Dai Ichi · Gekisai Dai Ni · Tensho · Saifa
Seienchin · Seisan · Seipai · Garyu · Yantsu · Tsuki no Kata
Kanku Dai · Sushiho · Suparinpei
Kumite
Im Kyokushin-Kumite wird der Kampf ausgetragen: voller Kontakt auf den Körper, ohne Schutzausrüstung. Es ist ehrlich, direkt und fordernd, deshalb definieren Kyokushin-Weltmeisterschaften eine weltweite Härte-Referenz.
Anfänger starten erst nach Monaten reinen Kihon. Sparringsstufen: Yakusoku-Kumite (abgemacht), dann Jiyu-Kumite (frei). Kontrolle und saubere Technik vor Härte.

Kumite ist nicht Aggression, es ist die Prüfung, ob das Geübte wirkt. Wer im Kumite steht, steht ehrlich.
Ido Geiko
Ido Geiko ist Kihon in Bewegung. Techniken werden im Vor- und Zurückgehen ausgeführt, aus dem Stillstand wird Fluss. So wird eine saubere Einzeltechnik zu einer, die im Kampf auch unter Belastung trifft.
Ido Geiko ist die Brücke zwischen Grundschule und Kumite: Stand bleibt, Timing kommt, Härte folgt.
Bunkai
Bunkai ist die Anwendung einer Kata. Jede Bewegung des Formenlaufes wird mit einem Partner analysiert: Was blockt sie? Wogegen schlägt sie? Wann zwängt sie den Gegner? So wird sichtbar, was jahrzehntelang in einer Kata verborgen lag.
Für viele Karateka ist Bunkai der Schlüssel – die Techniken werden nicht nur automatisiert, sondern verstanden. Bunkai verbindet Kihon, Kata und Kumite zu einer sinnhaften Kampfkunst.
Das Gürtel- system
Kyokushin arbeitet mit Kyu-Graden (Schülergürtel, ab 10. Kyu absteigend bis 1. Kyu) und Dan-Graden (Meistergürtel). Jeder Gürtel zeigt, was du üben darfst, nicht, was du bereits beherrschst. Farbe bedeutet Erlaubnis zum nächsten Schritt.
Kihon, erstes Verbeugen, Dojo-Etikette, Taikyoku-Kata.
Kiba Dachi, Tate-Tsuki, erste Pinan-Kata, Yakusoku-Kumite.
Uraken, Kansetsu Geri, Sanchin-No-Kata, Mawashi Geri.
Shuto-Techniken, Jodan-Tritte, Hiji Ate, Pinan Sono Go.
Kumite-Vorbereitung, komplexe Kata, Bruchtest, Prüfungsvorbereitung.
Lehrbeginn, Turnierreife, Vorbildfunktion.
Prüfungen Anforderungen
Prüfungen finden im Shinzen Dojo regelmäßig statt. Jede Prüfung deckt Kihon, Kata, Ido Geiko und Kumite ab. Der Prüfling zeigt nicht nur Technik, sondern Haltung, Ruhe unter Belastung ist Teil der Note.
Wann welches Niveau ansteht, ist in der Prüfungsordnung genau geregelt – vom 10. Kyu bis zum 1. Dan.
Turnier- kampf
Kyokushin-Turniere sind weltweit einheitlich: Kämpfe auf Tuch nach Gewichtsklassen, Vollkontakt auf den Körper, keine Schutzausrüstung. Jugend- und Anfänger-Kategorien reduzieren Härte altersgerecht.
Die Wettkampferfahrung hinter dem Shinzen Dojo reicht bis 2009 zurück. Heute sammeln unsere Karateka Erfahrungen auf regionalen, nationalen und internationalen Turnieren – bis hin zu Starts bei Meisterschaften in Japan.
Berlin/Brandenburg – erste Kampferfahrung
DKO Deutsche Meisterschaft für Fortgeschrittene
Bavarian Open, Hanse Cup, All Japan Championship
Altersgerechte Kata & Kumite Wettbewerbe, kein Vollkontakt
Wirkung Vorteile
Selbstvertrauen
Wer die eigene Kraft kennt, tritt anders auf, im Dojo, in der Schule, im Beruf.
Disziplin
Die Struktur des Dojos strahlt in den Alltag. Regelmäßigkeit wird zur Gewohnheit.
Fitness
Kraftausdauer, Koordination, Beweglichkeit. Ohne Maschinen, nur dein Körper.
Mentale Stärke
Schmerz aushalten, weitermachen, ruhig bleiben. Eine Fähigkeit, die im Ring wie im Leben zählt.
Gemeinschaft
Im Dojo entsteht echte Kameradschaft. Shinzen bedeutet Freundschaft.
Gesundheit
Ganzkörper-Training, bewegliche Gelenke, abgebauter Stress.
Kinder- training

Für Kinder gilt ausdrücklich: kein Vollkontakt. Im Fokus stehen Technik, Respekt, Konzentration und koordinative Grundlagen, spielerisch, altersgerecht, in kleinen Gruppen.
Zwei Altersgruppen: 5–8 Jahre (Samstag 09:30 Uhr) und 9–13 Jahre (Samstag 10:30 Uhr), jeweils in Berlin-Steglitz. Eltern dürfen zuschauen.
- Koordination und Beweglichkeit
- Respekt, Höflichkeit, Fokus
- Selbstbewusstsein ohne Aggression
- überschaubare Trainingsgruppen
Erwachsenen- training
Erwachsene trainieren authentisches Kyokushin stufenweise – vom Anfänger ohne Vorkenntnisse bis zum Vollkontakt-Kämpfer am 1. Kyu. Montag und Donnerstag 20:30 Uhr in Berlin-Schöneberg.
Der Weg ist klar: Kihon, Kata, Ido Geiko, Bunkai und Kumite, ergänzt durch Gürtelprüfungen und optionales Wettkampftraining. Das Training verbindet Technik, Kondition, Koordination und kontrollierte Partnerarbeit.
- Vollkontakt ab 1. Kyu, kontrolliert
- Anfänger willkommen, kein Vorwissen nötig
- USC, Wellpass und ClassPass akzeptiert
- Prüfungen und Turniere optional

Kyokushin erklärt
Weiterführende Artikel
Diese Seite ist das Zentrum unseres Kyokushin-Wissens. In den folgenden Artikeln und Seiten vertiefen wir Einzelthemen, verlinkt von hier, ergänzt durcheinander.
Karate Knowledge Hub
Das zentrale Wissens-Archiv, alle Karate-Themen strukturiert auf einen Blick.
Öffnen OrganisationenKyokushin-Organisationen
Geschichte, Linien und heutige Struktur aller Verbände nach 1994, neutral und quellenbasiert.
Öffnen LexikonKarate-Glossar A–Z
Alle japanischen Begriffe übersetzt und ausführlich erklärt.
Öffnen VergleichKarate-Stile im Vergleich
Kyokushin, Shotokan, Goju-Ryu, welcher Stil passt zu dir?
Öffnen BiografieSosai Masutatsu Oyama
Leben, Philosophie und Vermächtnis des Gründers des Kyokushin.
Öffnen CurriculumPrüfungsordnung & Kyu-Grade
Alle Techniken und Anforderungen vom weißen bis zum schwarzen Gürtel.
Öffnen GeschichteGeschichte des Karate
600 Jahre Zeitstrahl, von Okinawa bis zum Shinzen Dojo Berlin.
Öffnen| Merkmal | Kyokushin | Andere Stile / Kampfsport |
|---|---|---|
| Kontaktform im Kampf | Vollkontakt auf den Körper, ohne Schutzausrüstung | Punktkontakt oder mit Schutzausrüstung |
| Wurzeln | Budō-Karate nach Mas Oyama | Sport-, Point- oder Wettkampf-Orientierung |
| Kata | Fester Bestandteil jedes Levels | Oft vernachlässigt oder rein sportlich |
| Prüfungen | Klar strukturierte Kyu- und Dan-Grade | Teils ohne Graduierungssystem |
| Philosophie | Respekt, Osu, Bescheidenheit als Kern | Häufig reine Leistungsorientierung |
| Turniere | Vollkontakt-Kumite auf den Körper | Ringe mit Schutz oder Stops kurz nach Kontakt |
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