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Zurück zu den Wurzeln – Senpai Fedor Smirnov über Disziplin, Rückschläge und seine Rückkehr zum Kyokushin Karate
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16. Mai 20253 Min Lesezeit
Insights

Zurück zu den Wurzeln – Senpai Fedor Smirnov über Dis­zi­plin, Rück­schläge und seine Rück­kehr zum Kyo­kus­hin Karate

Herausgeber: Shinzen Dojo Berlin

Im Kyokushin Karate geht es nicht nur um Tritte, Schläge und Ausdauer. Es geht um den inneren Weg – den Kampf gegen den eigenen Schweinehund, gegen Zweifel und Stillstand.

Einer, der diesen Weg von Kindesbeinen an kennt und heute Shinzen Dojo Berlin neuen Anlauf nimmt, ist Senpai Fedor Smirnov (1. Dan). Wir haben mit ihm über seine Anfänge in Russland, prägende Momente, Pausen – und seinen Neustart gesprochen.

1. Senpai Fedor, erzähl uns doch bitte: Wann und wo hast du mit Kyo­kus­hin Karate begon­nen?

Ich habe Kyokushin Karate im September 2001 kennengelernt – in Russland, in der Stadt Tjumen.

2. Wie alt warst du damals, als du dein erstes Trai­ning im Kyo­kus­hin hattest?

Damals war ich noch ein Kind, 9 Jahre alt.

3. Du hast in Russ­land mit Kyo­kus­hin ange­fan­gen – wie würdest du das Kyo­kus­hin Karate dort beschrei­ben? Was war beson­ders?

Wenn ich an die Anfänge zurückdenke, würde ich Kyokushin Karate in Russland mit zwei Worten beschreiben: strenge Disziplin.

Als Kind hatte ich Vorstellungen aus Filmen mit Van Damme oder Bruce Lee – ich dachte, Karate sei ein großes Abenteuer. Doch Kyokushin war etwas anderes: hartes Training, strikte Regeln und viel Selbstüberwindung.

Besonders erinnere ich mich an unzählige Technikübungen und intensive körperliche Einheiten. Auch Kata wurde sehr ernst genommen – der Trainer ging von Schüler zu Schüler, prüfte jede Haltung. Wenn jemand nicht tief genug stand – machte die ganze Gruppe Liegestütze. Es war fast wie in der Armee!

Karategruppe übt gerade Fauststöße auf gelben Matten

4. Gibt es einen Moment oder eine Erfah­rung im Kyo­kus­hin, die dir beson­ders im Gedächt­nis geblie­ben ist?

Ja, absolut. Das war im Jahr 2008. Ich hatte zuvor eine mehrjährige Pause gemacht – ich dachte damals, ich hätte genug vom Karate und wollte lieber Fußball spielen.

Doch nach zwei Jahren Fußball wurde mir klar: Man ist dort immer auch von anderen abhängig. Ich wollte aber meine Ziele selbstständig erreichen – und so kehrte ich zurück zum Karate.

Karateka mit braunem Gürtel in tiefer Stellung auf einer Wettkampfmatte

Ich kam im Februar/März wieder ins Dojo, und im April standen schon die Ural-Regionalmeisterschaften an – in zwei Disziplinen: Kobudo (Kumite mit Nunchaku) und Kata. In beiden Disziplinen belegte ich den ersten Platz.

Es war das erste Mal, dass ich bei einem Turnier im Kyokushin etwas gewonnen hatte. Heute weiß ich: Vorher hatte ich nicht verstanden, warum ich überhaupt trainiere – und ohne inneres Ziel kommt auch kein echter Erfolg.

Drei Karateka mit Medaillen und Urkunden auf einem Siegerpodest, flankiert von zwei Begleitpersonen

5. Was hat dich dazu moti­viert, jetzt wieder aktiv mit Kyo­kus­hin Karate durch­zu­star­ten?

Solange ich in Russland gelebt habe, habe ich regelmäßig trainiert. Doch 2022 bin ich nach Deutschland gezogen und brauchte erst einmal Zeit, um anzukommen.

Zwei Karateka halten eine Urkunde, eine Person trägt eine Weihnachtsmütze

In Potsdam konnte ich leider kein Kyokushin-Dojo finden – also begann ich in Berlin zu suchen. So bin ich auf das Shinzen Dojo Berlin gestoßen – und ich wusste sofort: Das ist der richtige Ort.

Was mich motiviert?

Als Mann ist es mir wichtig, fit zu bleiben – und in der Lage zu sein, meine Familie und Freunde zu schützen. Die Welt ist leider nicht immer friedlich, und Kyokushin hilft mir, innerlich und körperlich stark zu bleiben.

6. Viele Kara­teka erleben Phasen der Pause oder des Zwei­felns – was kannst du ihnen mit­ge­ben, um nicht auf­zu­ge­ben?

Pausen gehören dazu – das ist ganz normal. Manchmal verliert man die Motivation. Dann ist es wichtig zu hinterfragen: Warum?

Wenn du eine Pause brauchst, nimm sie bewusst. Ich bin überzeugt: Vor dem höchsten Sprung musst du den tiefsten Punkt erreichen, um dich abstoßen zu können.

Karateka mit schwarzem Gürtel zeigt einen Fauststoß auf einer blauen Matte

7. Hast du ein paar letzte Worte oder eine Bot­schaft für alle Mit­glie­der und Leser des Shinzen Dojo Berlin Blogs?

Das Wichtigste ist: Bleib ehrlich zu dir selbst und wachse an deinen Herausforderungen. Wer im Kyokushin Fortschritte machen will, muss zuerst sich selbst analysieren – seine Schwächen erkennen und daran arbeiten. Nur so kann man sich „feinschleifen“. Und denkt immer daran: Ein absolviertes Training ist ein Schritt nach vorne – ein verpasstes Training sind zwei Schritte zurück. Trainiert mit Hingabe, und ihr werdet alles erreichen, was ihr euch vornehmt. - Senpai Fedor

Zwei Karateka mit schwarzem und grünem Gürtel stehen mit erhobenen Fäusten in einer Sporthalle

Senpai Fedors Weg zeigt uns: Kyokushin Karate endet nicht nach der Kindheit, einer Pause oder einem Umzug. Der Geist, den Sosai Oyama einst gelehrt hat, lebt in jedem von uns weiter – wenn wir den Mut haben, neu zu beginnen.

Willkommen zurück auf dem Weg, Senpai Fedor!

Karateka mit schwarzem Gürtel und verschränkten Armen vor einer hellen Wand

Osu!

Shinzen Insider

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